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VCD Augsburg lehnt das geplante Bürgerbegehren zum Straßenbahn-Ring ab

Quelle: Pressemitteilung, Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Augsburg e.V., 3. Februar 2026

Im Zusammenhang mit den angekündigten Plänen für ein Bürgerbegehren zur Einrichtung eines Straßenbahn-Rings um die Altstadt möchte der VCD Kreisverband Augsburg e. V. klarstellen, dass der Verband dieses Vorhaben ablehnt.

Aus verkehrsfachlicher Sicht bewertet der VCD Augsburg die vorgeschlagene Ringlösung als schädlich für das Augsburger Straßenbahnnetz. Dafür sind insbesondere folgende Gründe maßgeblich:

  • Die bestehende Straßenbahnverbindung durch die Maximilianstraße ist ein zentraler Bestandteil des Augsburger Straßenbahnnetzes.
    Sie gewährleistet eine direkte, kurze und betrieblich stabile Verbindung zwischen wichtigen Linienästen. Diese Achse kann nicht durch längere Umwegführungen mit unklarer Zuverlässigkeit ersetzt werden.
  • Die Innenstadt ist ein wesentliches Ziel vieler Fahrgäste.
    Der öffentliche Verkehr profitiert gerade dort von der zentrumsnahen Lage der Haltestellen, die kurze Wege ermöglicht und den ÖPNV attraktiv hält. Eine Verlagerung von Linien aus dem Zentrum heraus würde diesen Vorteil mindern.
  • Für Handel und Gastronomie ist die Straßenbahn ein wichtiger Frequenzbringer.
    Die Straßenbahn ist das wichtigste Verkehrsmittel im Augsburger ÖPNV. Sie bringt täglich Tausende Kundinnen und Kunden sowie Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt. Ein Ring, der die Innenstadt weniger direkt bedient, würde spontane Besuche und damit die Kundenfrequenz reduzieren.
  • Eine neue Ost-West-Verbindung ist sinnvoll – jedoch ausschließlich als Ergänzung, nicht als Ersatz.
    Zusätzliche Querverbindungen können das Netz entlasten und stabilisieren, ersetzen aber keinesfalls die direkte Innenstadtanbindung, die für den Verkehrsfluss und die Fahrgastnachfrage von hoher Bedeutung bleibt.
  • Ein Tramring um die Jakobervorstadt wäre teuer und schädlich.
    Eine Linie vom Jakobertor zum Roten Tor ohne eigenen Bahnkörper wäre, wie der bisherige Busverkehr zeigt, deutlich weniger zuverlässig und daher nicht förderfähig. Durch den großen Umweg gegenüber der Maximilianstraße wäre sie für die meisten Fahrgäste unattraktiv. Außerdem würden Umleitungen sowie Ein- und Ausrückfahrten täglichen Mehraufwand und zusätzliche Betriebskosten verursachen.

Der VCD Augsburg setzt sich weiterhin dafür ein, das Augsburger Straßenbahnnetz leistungsfähig, stadtverträglich und zukunftsfest zu entwickeln. Dies geschieht unabhängig von parteipolitischen Projekten.